QUALITÄTSSTANDARDS

Qualitätsstandards der Kompetenzagenturen in Mecklenburg-Vorpommern
Die folgenden Qualitätsstandards wurden in Absprache mit dem Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern von den Kompetenzagenturen Wismar, Schwerin, Rostock "Karo", Westmecklenburg/ Güstrow, Güstrow, Nordvorpommern West, Nordvorpommern Ost und Stralsund "Chance", Neubrandenburg, Ostvorpommern, Uecker-Randow unter Leitung des VSP-Coaching erarbeitet.

Leitsatz der Kompetenzagenturen in M-V
Erreichen.Halten.Stärken
...wie Kompetenzagenturen benachteiligte Jugendliche stärken sowie beruflich und sozial integrieren

Qualitätsstandards für Kompetenzagenturen in M-V
Die Kompetenzagenturen in M-V arbeiten dann erfolgreich, wenn sie junge Menschen in Ausbildung und Arbeit vermitteln und sie zu anderen Schritten auf dem Weg zu einer positiven Lebensperspektive bewegen (Lotsenfunktion).

Zielgrupppe
1.
Die Mitarbeiter und Mitarbeterinnen der Kompetenzagenturen in M-V arbeiten mit jungen Menschen zwischen 14 und 27 Jahren unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Kultur, ihrem Lebensstil und ihrem Geschlecht. Diese jungen Menschen finden schlecht oder keinen Zugang zu Bildung oder Arbeit, weil sie beispielsweise
- keinen Schulabschluss besitzen,
- Ausbildungen abgebrochen haben,
- Suchtmittel und Drogen missbrauchen,
- delinquentes Verhalten zeigen,
- lern- und leistungsbeeinträchtigt sind,
- mit Verschuldung leben müssen,
- wohnungslos sind,
- physisch und psychisch beeinträchtigt sind,
- über instabile oder keine Familiensysteme verfügen,
- Sprachbarrieren aufgrund ihrer ausländischen Herkunft aufweisen,
- u.a.m.
Indikatoren:
Woran erkennen wir, dass die Kompetenzagenturen die richtige Zielgruppe erreichen?
Ist die Benachteiligung der Klienten und Klientinnen erkennbar und zuzuordnen?

Zugänge
2.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V arbeiten partnerschaftlich mit verschiedenen Netzwerkpartnern wie ARGEN, Sozialagenturen, der Bundesagentur für Arbeit, Jugendämtern, Schulen, Freien Trägern, der Wirtscchaft und anderen Personen und Institutionen zusammen.
3. In den Kompetenzagenturen in M-V wird jeder junge Mensch angehört und bekommt Unterstützung in Form von Information, Vermittlung und weiter führenden Hilfen.Die Kompetenzagenturen in M-V sind offen für junge Menschen, die freiwillig oder mit fremden Auftrag kommen. Die Kompetenzagenturen in M-V arbeiten mit verlässlichen Öffnungszeiten.
Indikatoren:
Woran erkennen wir, dass wir die Zugänge fachgerecht organisiert haben?
- Werden die Kompetenzagenturen zu 70% von den jungen Menschen der im Konzept beschriebenen Zielgruppe genutzt?
- Werden die Zugänge zu den Kompetenzagenturen von mindestens drei Netzwerkpartnern genutzt?
- Welche Öffnungszeiten bestehen in den Kompetenzagenturen?
- Orientieren sich die Öffnungszeiten am Bedarf der Zielgruppe?

Personal
4. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V sind Fachkräfte, die sich für ihre jeweilige Aufgabe nach ihrer Persönlichkeit eignen und eine dieser Aufgaben entsprechende Ausbildung haben. Zudem können Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt werden, die über berufliche Erfahrungen im Umgang mit jungen Menschen, im Netzwerkmanagement und in der Beratungstätigkeit verfügen und bereit sind, sich weiter zu bilden.
5. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V nehmen die jungen Menschen mit ihren Bedürfnissen und Lebenslagen ernst.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V beraten die jungen Menschen in der Kompetenzagentur und suchen sie auch an ihren Lebensorten auf.
6. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V stehen den Lebensgeschichten der jungen Menschen neugierig und respektvoll gegenüber.
7. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V arbeiten gern im Team und stellen sich regelmäßig der Reflexion, z.B. in Dienstberatungen und Supervisionen.
Indikatoren:
Woran erkennen wir, dass in den Kompetenzagenturen fachkompetentes Personal arbeitet?
- Werden bei einer Mehrzahl der jungen Menschen die im Case-Management vereinbarten Ziele erreicht?
- Wie akzeptiert ist die Kompetenzagentur im Netzwerk?
- Gibt es Klienten/ Klientinnen oder Netzwerkpartner, die nicht gern mit uns arbeiten und wenn ja, weshalb nicht?

Case-Management
8.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V arbeiten nach der Methode des Case-Managements und stimmen die einzelnen Schritte (Anamnese, Kompetenzfeststellung, Integrationsplan, Vermittlung, Prozesssteuerung, Evaluation, Nachsorge) mit den beteiligten Akteuren ab.
9. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V orientieren sich in erster Linie am auftrag des jungen Menschen und arbeiten prozessorientiert und ergebnisoffen.
10. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kompetenzagenturen in M-V orientieren sich an den Stärken der Persönlichkeit und betrachten sie in ihrer Gesamtheit.
Indikatoren:
Woran erkennen wir die fachgerechte Umsetzung des Case-Management?
- Wurde ein gemeinsamer Integrationsplan der beteiligten Akteure erarbeitet?
- Wurden die Case-Management-Schritte und Arbeitsergebnisse der Kompetenzagentur evaluiert?
- Handeln wir noch im Auftrag des Klienten/ der Klientin?

Netzwerk
11.
Die Kompetenzagenturen in M-V nehmen alle Angebote der Netzwerkpartner gleichwertig an. Die Kompetenzagenturen in M-V achten darauf, dass keine Parallelstrukturen in der Angebotspalette entstehen. Das heißt: Sie setzen sich dafür ein, dass sinnvoll und individuell abgestimmte Projekte im Netzwerk aufgebaut und etabliert werden.
12. Die Kompetenzagenturen in M-V haben kein eigenes wirtschaftliches Interesse an der Vermittlung der jungen Menschen.
13. Die Kompetenzagenturen in M-V stellen ihre Leistung in der Öffentlichkeit transparent dar.
Indikatoren:
Woran erkennen wir die fachgerechte Umsetzung der Netzwerkarbeit?
- Wurde ein regionaler Fachbeirat eingesetzt?
- Welche neuen Angebote wurde initiiert?
- Trägt die Öffentlichkeitsarbeit zur Akzeptanz der Kompetenzagenturen bei?

Mecklenburg-Vorpommern, Dezember 2007